Herbst im Wald: Was du auf dem Bike wissen solltest

Goldene Wälder, klare Luft und Trails über dem Nebelmeer: Der Herbst ist eine besondere Zeit für Biketouren in der Zentralschweiz. Gleichzeitig wird der Wald vielfältig genutzt. Die Jagd läuft, Forstbetriebe arbeiten, und wegen der anhaltenden Trockenheit können geschwächte Bäume Äste verlieren. Wer sich vor der Tour informiert und unterwegs aufmerksam bleibt, kann den Wald geniessen und Rücksicht auf andere nehmen.

Warum das Thema gerade jetzt aktuell ist

Im September und Oktober beginnt in den Patentjagdkantonen der Zentralschweiz, also in Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden, die Hochjagd. Luzern kennt das Revierjagdsystem mit eigenen Terminen. In dieser Zeit sind besonders früh am Morgen und in der Dämmerung Jägerinnen und Jäger im Wald unterwegs. Parallel dazu läuft in vielen Wäldern die Holzernte, weil das Herbst- und Winterhalbjahr die Hauptsaison für Forstarbeiten ist. Zwei Nutzungen also, die sich mit unseren Trails überschneiden und bei denen gegenseitige Rücksicht zählt.

Jagdzeit: aufmerksam unterwegs sein

Die Jagdzeiten unterscheiden sich je nach Kanton und Wildart. In Uri findet die Hochwildjagd 2026 vom 7. bis 19. September und nochmals vom 28. bis 30. September statt. In Obwalden dauert die Hochjagd vom 1. bis 24. September. Weitere Jagdzeiten folgen im Herbst und teils im Winter. Prüfe deshalb vor deiner Tour die aktuellen Angaben des jeweiligen Kantons.

Für deine Fahrt heisst das:

  • Auf den Wegen bleiben. So vermeidest du unnötige Störungen für Wildtiere.
  • Früh am Morgen und in der Dämmerung besonders aufmerksam sein. Das sind die Hauptzeiten der Jagd.
  • Signalisationen erst nehmen. Wo ein Gebiet für die Jagd oder als Wildruhezone ausgeschildert ist, gilt das auch für uns.
  • Sich frühzeitig bemerkbar machen. Ein kurzes Klingeln oder ein freundlicher Gruss schafft Klarheit, für Jagende wie für alle anderen im Wald.

Die Jagd ist übrigens kein Nischenthema. In der Zentralschweiz kümmern sich hunderte Jägerinnen und Jäger um das Wildtiermanagement und damit um den Erhalt der Artenvielfalt im Wald.

Forstarbeiten: Absperrungen respektieren

Der Schweizer Wald ist auch ein Arbeitsplatz. Wenn du auf einer Tour plötzlich auf ein Absperrband, eine Signalisation oder eine ungewohnte Umleitung stösst, steckt in den meisten Fällen eine laufende Holzernte dahinter. Rückegassen, Seilbahnen für den Holztransport und liegendes Holz machen den Bereich lebensgefährlich, auch wenn gerade niemand zu sehen ist. WaldSchweiz bringt es auf den Punkt: Absperrungen und Signalisationen bei Holzschlägen sind zu respektieren, ohne Wenn und Aber.

Praktisch heisst das also:

  • Sperrung ist Sperrung, auch wenn der Umweg nervt
  • Holzpolter sind keine Klettergerüste und keine Fotokulisse zum Draufsitzen
  • Begegnest du einer Rückemaschine oder einem Forstfahrzeug auf dem Weg, mach dich frühzeitig bemerkbar und lass es passieren.

Trockenheit und ihre Folgen

Die anhaltende Trockenheit hat Bäume geschwächt. Dadurch können Zweige, Äste oder sogar Kronenteile plötzlich auf Wege fallen, ohne dass die Gefahr vorher deutlich zu erkennen ist. In Bereichen mit sichtbar geschädigten Bäumen ist besondere Vorsicht angebracht.

Fahr aufmerksam durch solche Waldabschnitte und halte dich für Pausen nicht unter auffällig geschädigten Bäumen auf. Liegt ein grösserer Ast quer über dem Weg oder wirkt eine Stelle unsicher, steig ab und kehre im Zweifel um. Beachte auch hier Sperrungen vor Ort.

Rücksicht gilt über die Herbstsaison hinaus

Jagd und Holzschlag sind gerade aktuell, aber Koexistenz im Wald ist ein Dauerthema. Ein paar Punkte, die im Herbst zusätzlich Gewicht bekommen:


Wildruhezonen und Jagdbanngebiete

Hier ist die Freizeitnutzung eingeschränkt, nicht nur die Jagd. Der Grund: Wildtiere brauchen gerade im Herbst und Winter ungestörte Rückzugsorte, um Energiereserven für den Winter aufzubauen. Informiere dich daher über geltende Einschränkungen

Herdenschutzhunde

Sie werden zum Schutz von Nutztieren vor Grossraubtieren eingesetzt und sind sorgfältig ausgebildet. Begegnest du einem, bleib ruhig, halte Abstand und lass ihn checken, dass von dir keine Gefahr ausgeht. Auf der interaktiven Karte von SchweizMobil siehst du, wo Herdenschutzhunde im Einsatz sind.

Boden und Vegetation

Nach Regen reagiert der Untergrund besonders empfindlich. Wer bei Nässe durchbremst, hinterlässt Erosionsrinnen, die den Trail auf Dauer kaputt machen. Kontrolliert fahren und stark durchnässte Passagen meiden schont Boden und Trail gleichermassen.


Mehr Informationen findest du auf Fairtrail Zentralschweiz.

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